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Gefährdung trotz oder wegen Fahrradstraße

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Gefährdung trotz oder wegen Fahrradstraße

Prinzregentenstraße 55 10715 Berlin

Die Prinzregentenstraße wir zwischen Wexstraße und Durlacherstraße als "Abkürzung" von tausenden KFZ genutzt, obwohl die Durchfahrt nur für Fahrräder erlaubt ist (Fahrradstraße, nur "Anlieger frei"). Das KFZ-Fahrverbot wird nicht durchgesetzt. An den angrenzenden Kreuzungen ist man als Fahrradfahrer geneigt, darauf zu vertrauen, dass dort keine KFZ fahren. Wenn man sich drauf verlässt, wird es gefährlich. Selbst von links kommende KFZ fühlen sich gegenüber Radfahrern im Vorrecht - sie wollen ja schnell den unerlaubten Bereich verlassen. Ich hatte dort schon beinahe-Kollisionen und letzte Woche einen Unfall mit einem auch noch unvorsichtig einen in 2. Reihe parkenden LKW überholenden PKW aus Böblingen (ein Anlieger??).
- Das KFZ-Fahrverbot sollte durchgesetzt werden, damit Fahrradfahrer auf "ihrer" Straße + Kreuzungen nicht zusätzlich gefährdet werden.
- Die Kreuzung Durlacher/Prinzregentenstraße sollte teil der Fahrradstraße, nicht Teil der Autostraße (Durlacher) sein - zur Zeit ist es umgekehrt.
- Die Fahrradstraße sollte nach Süden verlängert werden, mindestens über die Wexstraße hinaus bis Varziner Straße.
Holger

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Kommentar Nr. 1

Verlängerung bis Varziner Straße

1

Den Vorschlag unterstütze ich nachdrücklich. Interessanterweise war das Teilstück bis zur Varziner Straße am Anfang auch eine Fahrradstraße. Die Fahrradstraßenauszeichnung ist allerdings nach nur wenigen Wochen auf diesem Stück rückgängig gemacht worden (man erkennt noch die Spuren der entfernten Radpiktogramme auf dem Asphalt). Mir ist völlig schleierhaft, warum.

Kommentar Nr. 2

Sperren für Durchgangsverkehr

2

Die Missachtung der Beschränkung auf Anlieger ist ein Problem aller mir bekannten Fahrradstraßen in Berlin. Bauliche Sperren mit mindestens 2 Richtungsmarkierten Durchlässen für Radfahrer mit einer lichten Breite von 1,5 m wären wünschenswert. Die Einrichtung müsste so erfolgen, dass mit Kfz in jeden Teilabschnitt nur noch von einer Seite eingefahren werden könnte, inkl. geeigneter wenig behindernder Wendemöglichkeit.

Kommentar Nr. 3

Vorfahrtregelung für die Fahrradstraße

3

Dazu kommt, daß es völlig absurd ist, daß die Fahrradstraße keine Vorfahrtstraße ist - im Moment bietet meiner Meinung nach keine Berliner "Fahrradstraße" irgendeinen Mehrwert gegenüber einer normalen 30er-Zone.
Eine Möglichkeit wäre es auch, hier analog zum Graefekiez durch Poller die direkte Durchfahrt für PKW unmöglich zu machen.

Kommentar Nr. 4

Fahrradstraße

4

Ist ja toll, dass man hier eine Fahrradstraße eingerichtet hat. Aber von den Autofahrern wird das komplett ignoriert. Ich habe das schon dem Fahrradbeauftragten sowie der Polizei gemeldet. Beide teilten mir mit, dass man die Situation zwar kenne, aber derzeit nichts machen könne. Das kann es doch wohl nicht sein oder?

Kommentar Nr. 5

Fahrradstraße nicht gleich Autoverbot

5

Eine Fahrradstraße bedeutet nicht, daß dort keine Autos fahren dürfen. Siehe bitte StVO zum Thema Fahrradstraße.

Kommentar Nr. 6

StVO zur Fahrradstraße

6

Fahrradstraßen sind in der StVO in Nummer 23 zu Zeichen 244.1 in Anlage 2 der StVO (http://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/anlage_2_62.html) geregelt. Dort findet sich als Nr. 1: "Anderer Fahrzeugverkehr als Radverkehr darf Fahrradstraßen nicht benutzen, es sei denn, dies ist durch Zusatzzeichen erlaubt."

Grundsätzlich dürfen Autos daher nicht in Fahrradstraßen fahren, es sei denn, dies wird durch Zusatzzeichen erlaubt. Dies geschieht meist durch Zusatzzeichen 1020–1030 "Anlieger frei". Das bedeutet, die Zufahrt zu Grundstücken, die an der Straße liegen, ist erlaubt, jedoch kein Durchgangsverkehr.

I.Ü. dürfen Radfahrer nebeneinander fahren, es gilt Tempolimit 30 km/h und Fahrradfahrer dürfen weder behindert noch gefährdet werden, wenn nötig müssen andere zugelassene Fahrzeuge die Geschwindigkeit weiter verringern.

Kommentar Nr. 7

Straße als Sackgasse für Kraftfahrzeuge

7

Die Straße sollte von der Wexstraße für Kfz nicht befahrbahr sein. Ein einziges Verkehrsschild reicht aus, um hier dem Fahrradverkehr mehr Beachtung zu geben.

Kommentar Nr. 8

Durlacher Straße: Richtung Westen: sperren, Richtung Osten: Fahrradstraße

8

Ich unterstütze alle Vorschläge vor mir, denn die Kreuzung ist gefährlich: Straßen breit, Kreuzung nicht sehr gut einsehbar. Kfz fahren schnell und schneiden die Wege der Fahrradfahrer. Zu Stoßzeiten nähern sich Kfz von allen vier Seiten. Fahrradfahrer werden nur noch als störendes Beiwerk gesehen. Rechts vor links funktioniert nicht.

Meine zusätzlichen Vorschläge:

1) Starke Kontrollen. Solange die Fahrradstraße nicht durchgeht, sondern aus Einzelstücken besteht, kann die Polizei, anders als sie meint, sehr genau beurteilen, wer Anlieger ist und wer nicht.

2) Durlacher Straße in Richtung Westen für Kfz sperren (Poller), weil dieser Teil als Abkürzung genutzt wird, um die Ampeln am Bundesplatz zu umgehen.

3) Den anderen Teil der Durlacher in Richtung Hans-Rosenthal-Platz (Teil der Wannseeroute RR1) zur Fahrradstraße machen.

Kommentar Nr. 9

bezirksübergreifende durchgängige Fahrradstraßen in Nord-Südrichtung (im Westen)

9

ich unterstütze diesen Vorschlag vorbehaltlos; siehe auch meinen Vorschlag:bezirksübergreifende durchgängige Fahrradstraßen in Nord-Südrichtung (im Westen)

Kommentar Nr. 10

Linienstraße (Mitte) gleiches Problem

10

Hört sich alles so an, wie das, was man in der Linienstraße (Fahrradstraße + Anlieger frei) in Mitte erlebt.

Kommentar Nr. 11

Gesetzestext symptomatisch!

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Ich bin auch dafür sämtliche Fahrradstraßen baulich so auszulegen, dass eine Nutzung als Durchfahrtstraße für motorisierten Verkehr unmöglich wird.

Aber im Zusammenhang mit dem Kommentar von "Rad-Recht" möchte ich hier noch einmal etwas los werden. Anscheinend ist noch niemandem in der Politik so recht die Absurdität folgender Formulierung bzgl. Fahrradstraßen aufgefallen: "Der Radverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden. Wenn nötig, muss der Kraftfahrzeugverkehr die Geschwindigkeit weiter verringern."
Ist es andernorts also in Ordnung Radfahrer zu gefährden und zu überholen obwohl kein Platz vorhanden ist? Ich dachte diesbezüglich gibt es bereits §1 und 5 StVO. Hat die Politik also akzeptiert, dass sich Kraftfahrer nicht an die StVO halten? Das ganze ist schon sehr symptomatisch für die Radverkehrspolitik in Deutschland!